Kultensemble Gaukuschon
Kultensemble Gaukuschon in Buchara, Usbekistan
Das Kultensemble Gaukuschon befindet sich im historischen Zentrum von Buchara, unweit des Poi-Kalon-Komplexes. Es ist eines der großen religios-architektonischen Ensembles der Stadt, das sich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts an einem Ort herausbildete, der fruher als Schlachthof genutzt wurde. Der Name „Gaukuschon“ wird gewohnlich genau mit dieser fruheren Funktion des Areals in Verbindung gebracht.
Das Ensemble entstand in der Zeit der Scheibaniden und ist mit dem Namen des Dschuybar-Scheichs Chodscha Saad verbunden, einer einflussreichen religiosen Personlichkeit jener Zeit. Zu seinem Bestand gehoren eine Medrese, die Chodscha-Moschee und das Minarett Chodscha Kalon. Der Komplex ist nicht nur als Denkmal islamischer Architektur von Interesse, sondern auch als Beispiel dafur, wie sich im Buchara des 16. Jahrhunderts große offentliche und religiose Räume entwickelten.
Besonders hervorzuheben ist die Medrese mit ihrem ungewohnlichen trapezformigen Grundriss, der fur die Architektur Bucharas selten ist, wo häufiger strengere und symmetrischere Losungen vorkommen. Dabei bewahrt die innere Struktur das traditionelle Schema mit Hof und Zellen. Das Minarett des Ensembles ist ebenfalls deutlich im Stadtpanorama sichtbar und gilt als eines der hohen historischen Minarette Bucharas.
Fur Touristen ist Gaukuschon interessant, weil es die Moglichkeit bietet, ein weniger bekanntes, aber bedeutendes Denkmal in der Nähe der wichtigsten Sehenswurdigkeiten der Altstadt von Buchara zu sehen. Hier kann man sich die Struktur eines religiosen Ensembles aus der Zeit der Scheibaniden besser vorstellen und seine Architektur mit anderen Komplexen im Stadtzentrum vergleichen.
Kultensemble Gaukuschon auf der Karte
Buchara, Altstadt von Buchara: Architektonisch-historische Komplexe
Karawanserei Ahmadjon, Karawanserei Ulugbek Tamokifurush, Kosh-Medrese, Komplex Khoja-Zaynuddin
Das Kultensemble Gaukuschon und seine architektonischen Besonderheiten
Das Ensemble spiegelt die religiose und städtebauliche Geschichte Bucharas im 16. Jahrhundert wider.
Eine seltene Medrese mit trapezformigem Grundriss und hohem Minarett
Bei der Besichtigung des Komplexes lohnt es sich, auf die Kombination mehrerer Bauwerke zu achten, die fur unterschiedliche religiose und gesellschaftliche Bedurfnisse errichtet wurden. Die Medrese ist durch ihre unregelmäßige Form interessant, die mit der dichten Bebauung der Altstadt von Buchara zusammenhängt. Im Hofbereich ist die fur solche Gebäude typische Raumorganisation zu erkennen, und außen die charakteristische Ziegelmauerung sowie die Gestaltung der Fassaden.
Die Moschee des Ensembles war fur das gemeinschaftliche Gebet bestimmt und ergänzte die bereits bestehende Komposition. Das Minarett Chodscha Kalon spielt eine wichtige Rolle in der Silhouette des Komplexes: Selbst vor dem Hintergrund anderer Denkmäler Bucharas wirkt es als markanter vertikaler Akzent. Am besten betrachtet man das Ensemble nicht als einzelnes Gebäude, sondern als einen zusammenhängenden historischen Raum, in dem die Besonderheiten des Städtebaus des 16. Jahrhunderts sichtbar werden.
Ein Besuch von Gaukuschon lässt sich gut mit einem Spaziergang durch die Altstadt verbinden: In der Nähe befinden sich Poi-Kalon, die Handelskuppeln und andere Denkmäler im Zentrum von Buchara. In der Regel gelangt man zu Fuß aus dem zentralen Teil des historischen Viertels hierher, da die Entfernungen zwischen den wichtigsten Sehenswurdigkeiten gering sind.
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