Dorf Kayakoy
Dorf Kayakoy in Fethiye, Turkei: eine verlassene Siedlung am Hang
Das Dorf Kayakoy liegt in den Bergen sudlich des Zentrums von Fethiye, an der Straße in Richtung Oludeniz. Es ist eine der bekanntesten verlassenen Siedlungen im Sudwesten der Turkei, in der unter freiem Himmel ein großes Ensemble aus Steinbebauung erhalten geblieben ist. Heute wird Kayakoy als historisches Gebiet wahrgenommen, das mit der späten osmanischen Zeit und den Ereignissen des Bevolkerungsaustauschs zwischen Griechenland und der Turkei zu Beginn des 20. Jahrhunderts verbunden ist.
Die Siedlung steigt in Terrassen den Hang hinauf, sodass ihre Struktur auch ohne rekonstruierte Innenräume gut erkennbar ist. Hier sind Reihen dachloser Häuser, schmale Straßen, Treppen, Reste von Wirtschaftsgebäuden, Zisternen und offentlichen Gebäuden erhalten geblieben. Besonders auffällig sind zwei große orthodoxe Kirchen, die helfen, sich das Ausmaß und die Struktur des fruheren Dorflebens vorzustellen.
Der historische Wert von Kayakoy hängt vor allem mit der Geschlossenheit des Umfelds zusammen. Es handelt sich nicht um ein einzelnes Denkmal, sondern um ein großes Gebiet, in dem man sehen kann, wie der Wohnraum einer Bergsiedlung vom Ende des 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts organisiert war. Nach dem Weggang der Bewohner verfielen die Gebäude allmählich, und ein Teil der Bauten wurde durch Erdbeben beschädigt, doch die Steinmauern und die Anordnung sind ausreichend gut erhalten geblieben.
Fur Touristen ist Kayakoy als Ort fur einen ruhigen Spaziergang und zum Kennenlernen der Geschichte der Region außerhalb des Rahmens eines gewohnlichen Museums interessant. Man kommt hierher, um durch die alten Straßen zu gehen, die Architektur ohne spätere Rekonstruktionen zu betrachten und besser zu verstehen, wie sich das Leben in diesem Gebiet von Fethiye verändert hat. Der Ausflug lässt sich gut mit der Fahrt nach Oludeniz oder dem Besuch umliegender Aussichtspunkte und Naturwege verbinden.
Dorf Kayakoy auf der Karte
Dorf Kayakoy: Terrassenstraßen und Steinhäuser
Hier ist das historische Umfeld einer Bergsiedlung vom Beginn des 20. Jahrhunderts erhalten geblieben.
Terrassenstraßen und Steinhäuser am Hang
Auf dem Gelände von Kayakoy spazieren Besucher gewohnlich durch die alten Straßen zwischen den Reihen leerer Steinhäuser, steigen Treppen hinauf und betrachten die erhaltenen Fassaden, Turoffnungen und Elemente der Raumaufteilung. Aufgrund des Reliefs eroffnet sich von fast jedem Punkt ein Blick auf die benachbarten Viertel, und deshalb ist besonders gut zu erkennen, wie die Häuser stufenweise ubereinander angeordnet waren. Das hilft zu verstehen, wie die Siedlung an den Berghang angepasst war.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die beiden großen Kirchen, die besser erhalten geblieben sind als viele Wohnbauten. In ihrem Inneren und rund um sie herum sind charakteristische Merkmale der offentlichen Architektur jener Zeit erkennbar, und unterwegs begegnet man Resten kleiner Hofe, Wirtschaftsbereiche und Wassersammelanlagen. In Kayakoy gibt es keine umfangreiche Museumsausstellung im ublichen Sinn, daher ist das Wichtigste hier das historische Umfeld selbst und die Moglichkeit, es im naturlichen Raum aufmerksam zu betrachten.
Fur die Besichtigung sollte man bequemes Schuhwerk wählen: Die Wege sind stellenweise steinig, mit Anstiegen und unebenen Abschnitten. Im Sommer kommt man am besten morgens oder gegen Abend, da es am Hang wenig Schatten gibt. In der Nähe von Kayakoy befinden sich Oludeniz, der Strand der Blauen Lagune und Bergpfade in Richtung Kuste, daher wird der Besuch des Dorfes oft in eine Route durch die Umgebung von Fethiye aufgenommen.
Am einfachsten erreicht man den Ort vom Zentrum von Fethiye aus mit dem Auto, Taxi oder dem Nahverkehr auf der Straße in Richtung Oludeniz. Fur die Besichtigung plant man in der Regel von einer bis zu mehreren Stunden ein, je nach Spaziergangstempo und Interesse an historischer Architektur.
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Fotos von Kayakoy
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