Madrasa Allakuli-Khan
Madrasa Allakuli-Khan in Chiwa, Usbekistan
Die Madrasa Allakuli-Khan befindet sich im ostlichen Teil von Itchan-Kala, dem historischen Zentrum von Chiwa, unweit des Tores Palwan-Darwaza. Sie wurde in den Jahren 1834–1835 auf Anordnung von Allakuli-Khan errichtet, einem der Herrscher des Khanats Chiwa, der sich aktiv mit dem Ausbau der städtischen Infrastruktur und der religiosen Bildung befasste. Heute gehort das Gebäude zu den bemerkenswerten Denkmälern der späten Periode der Chiwaer Architektur.
Der Komplex wurde neben dem uberdachten Markt Tim Allakuli-Khan errichtet und grenzt an die ältere Madrasa Chodschamberdybiya. Aufgrund der dichten Bebauung der Altstadt und der teilweisen Nutzung des angrenzenden Geländes fiel der Grundriss nicht ganz gewohnlich fur die traditionellen Madrasen Choresms aus. Das macht das Bauwerk besonders interessant fur alle, die sehen mochten, wie sich die Architektur an die Bedingungen eines bereits gewachsenen städtischen Raums anpasste.
Die Hauptfassade der Madrasa ist mit Majolika im choresmischen Stil in Weiß-, Blau- und Hellblautonen geschmuckt. Besonders hervorzuheben sind das Portal, die mit Fliesen verkleideten Flächen und der fur Chiwa typische Rhythmus dekorativer Details. Im Erdgeschoss befand sich einst eine Bibliothek, die mit der Madrasa verbunden war und den Studierenden diente, was die Bildungsfunktion des Komplexes unterstreicht.
Ein Besuch der Madrasa ist nicht nur aus architektonischer Sicht interessant, sondern auch als Teil eines Spaziergangs durch Itchan-Kala, das zum UNESCO-Welterbe gehort. Hier lässt sich die Verbindung zwischen Lehrgebäuden, Handelsbauten und Stadttoren gut nachvollziehen, die das Alltagsleben des alten Chiwa prägten.
Madrasa Allakuli-Khan auf der Karte
Chiwa, Westlich-zentraler Teil von Itchan Kala: Gebäude und Bauwerke
Zindan in Chiwa, Muhammad-Rahim-Khan-Medrese, Anusch-Khan-Bäder, Minarett der Dschuma-Moschee
Die Madrasa Allakuli-Khan und ihr Platz in Itchan-Kala
Der Komplex zeigt die Verbindung der Chiwaer Architektur mit dem Handels- und Bildungsumfeld.
Späte Madrasa aus Chiwa neben Markt und Stadttoren
Von außen fällt den Besuchern vor allem das hohe Portal und die Majolikaverkleidung mit geometrischen und floralen Motiven auf. Fur Chiwa im 19. Jahrhundert ist die Verbindung einer Ziegelbasis mit reichem Keramikdekor charakteristisch, und hier zeigt sich dies besonders deutlich an der zur Stadtstraße gerichteten Fassade. Der Innenhof und die Hudschra-Zellen helfen, sich die Struktur einer traditionellen Bildungseinrichtung Zentralasiens vorzustellen.
Interessant ist auch die praktische Seite der Geschichte des Gebäudes. Die Madrasa war mit Waqf-Handelsobjekten verbunden, deren Einkunfte fur ihren Unterhalt verwendet wurden. Ein solches System war fur islamische Bildungseinrichtungen ublich, und im Fall der Madrasa Allakuli-Khan ist dies durch die Nachbarschaft zum Tim und zur Karawanenhandelszone besonders anschaulich. Dadurch wird sichtbar, wie Bildung, religioses Leben und Handel in einem gemeinsamen städtischen Umfeld existierten.
Während eines Spaziergangs durch diesen Teil von Itchan-Kala lässt sich die Besichtigung der Madrasa mit einem Besuch des Tim Allakuli-Khan, des Tores Palwan-Darwaza und der nahe gelegenen Madrasa Chodschamberdybiya verbinden. Dieses Viertel vermittelt einen guten Eindruck vom ostlichen Teil der Altstadt, in dem sich Bildungs-, Handels- und Verteidigungsbauten konzentrieren.
Zur Madrasa gelangt man gewohnlich zu Fuß uber die Wege innerhalb von Itchan-Kala; wenn Sie die Altstadt durch das Tor Palwan-Darwaza betreten, befindet sich das Gebäude ganz in der Nähe. Die Besichtigung lässt sich am besten in einen Rundgang durch das historische Zentrum von Chiwa einbinden.
Die besten Reisen und Erlebnisse auf dem Kontinent
Fotos der Madrasa
Geführte Touren, beliebte Sehenswürdigkeiten und Top-Hotels auf dem ganzen Kontinent