Die Stadtmauern von Istanbul
Die Stadtmauern von Istanbul im Stadtteil Fatih
Die Stadtmauern von Istanbul sind die großte erhaltene Linie der Landbefestigungen des byzantinischen Konstantinopels. Sie verlaufen entlang der Westseite des historischen Stadtzentrums im Stadtteil Fatih, von Yedikule am Marmarameer bis Ayvansaray am Ufer des Goldenen Horns. Dieser Abschnitt ist etwa 6,5 km lang und veranschaulicht gut, wie der Verteidigungsring der Hauptstadt des Ostromischen Reiches aufgebaut war.
Der Hauptkomplex der Mauern wurde in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts unter Kaiser Theodosius II. errichtet. Das System umfasste innere und äußere Verteidigungslinien, Turme und einen Graben, was es zu einer der durchdachtesten Befestigungsanlagen seiner Zeit machte. Nach Erdbeben und Belagerungen wurden die Mauern mehrfach repariert und verstärkt, weshalb in ihrem Mauerwerk Spuren verschiedener Epochen sichtbar sind.
Uber viele Jahrhunderte hinweg schutzten diese Befestigungen Konstantinopel vor Angriffen vom Land aus. Gerade hier wird das Ausmaß der Stadt besonders anschaulich, die lange Zeit eines der wichtigsten Zentren des Mittelmeerraums blieb. Fur Reisende sind die Mauern nicht nur wegen der Geschichte von Belagerungen und Verteidigung interessant, sondern auch wegen der Moglichkeit, ein seltenes Beispiel spätantiker und mittelalterlicher Militärarchitektur im städtischen Umfeld zu sehen.
Heute sind entlang der Befestigungslinie sowohl restaurierte als auch halb verfallene Abschnitte erhalten. Die Mauern gehoren zum UNESCO-Welterbe „Historische Gebiete von Istanbul“. Ein Spaziergang entlang der Mauern ermoglicht es, die Besichtigung des Denkmals mit einem Besuch weniger touristischer Viertel des historischen Zentrums zu verbinden und Istanbul jenseits der gewohnten Routen rund um den Sultanahmet-Platz zu erleben.
Die Stadtmauern von Istanbul auf der Karte
Die Stadtmauern von Istanbul - Fragmente, Tore und Routen
Ein Spaziergang entlang der Mauern zeigt die Struktur der Stadtverteidigung und Spuren verschiedener Epochen.
Doppelte Verteidigungslinie mit Turmen und Spuren verschiedener Epochen
Am besten erschließen sich die Mauern nicht von einem einzigen Punkt aus, sondern bei einem Spaziergang entlang einzelner Abschnitte. In verschiedenen Bereichen lassen sich mächtige Turme, Teile der äußeren Mauer, der Raum des ehemaligen Grabens und Tore erkennen, durch die alte Straßen in die Stadt fuhrten. Die erhaltenen Fragmente unterscheiden sich in ihrem Zustand: Mancherorts wurde das Mauerwerk sorgfältig restauriert, andernorts sind Risse, Verluste und spätere Umbauten zu sehen.
Einer der bekanntesten Abschnitte befindet sich bei Yedikule, wo die Mauern mit der Festung am Marmarameer verbunden sind. Interessant sind auch die Bereiche näher an den Toren Topkapi und Edirnekapi, von denen aus sich das Ausmaß der Landverteidigung Konstantinopels gut vorstellen lässt. Fur die Besichtigung sollte man bequemes Schuhwerk wählen: Die Route verläuft entlang belebter Straßen, stellenweise uber unebenen Untergrund, und der Zugang auf die Mauern selbst ist nicht uberall moglich.
Unterwegs kann man alte Tore, Turme verschiedener Formen und breite Bereiche zwischen den Befestigungslinien sehen, in denen die Struktur der Verteidigung besonders verständlich wird. In der Nähe befinden sich die Festung Yedikule, die Chora-Kirche – heute die Kariye-Moschee – sowie die Viertel Balat und Fener, die oft in einen Spaziergang durch diesen Teil der Stadt einbezogen werden. Am bequemsten erreicht man die Mauern mit der Straßenbahn, dem Bus oder dem Taxi zu einem der Abschnitte im Stadtteil Fatih – zum Beispiel nach Yedikule, Topkapi oder Edirnekapi.
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Fotos der Stadtmauern
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