Karawanserei Sultanhani
Karawanserei Sultanhani in Konya, Turkei
Die Karawanserei Sultanhani befindet sich in der Ortschaft Sultanhani an der Straße zwischen Konya und Aksaray, etwa 100 km ostlich des Zentrums von Konya. Sie ist eine der großten und am besten erhaltenen seldschukischen Karawansereien in der Turkei – Straßenanlagen, in denen im Mittelalter Handelskarawanen, Reisende und ihre Tiere Rast machten.
Das Bauwerk wurde im 13. Jahrhundert während der Blutezeit des Sultanats der Rum-Seldschuken errichtet, als wichtige Handelswege durch Zentralanatolien fuhrten. Nach Beschädigungen wurde die Karawanserei restauriert und erweitert, wodurch sie ihr heutiges Ausmaß erhielt. Heute gilt Sultanhani als eines der Schlusselbeispiele seldschukischer Straßenarchitektur in Anatolien.
Das Hauptmerkmal des Komplexes ist seine klare und gut nachvollziehbare Grundstruktur. Durch ein monumentales Portal mit feiner Steinornamentik gelangen Besucher in den Hof, der in der warmen Jahreszeit genutzt wurde. Dahinter befindet sich eine uberdachte Halle fur den Winter, und in der Mitte des Hofes steht eine kleine erhohte Moschee. Entlang des Umfangs befanden sich Räume fur Reisende, Lager, Stallungen und Wirtschaftsräume.
Sultanhani ist besonders interessant fur alle, die nicht einzelne Ruinen, sondern einen großen mittelalterlichen Komplex sehen mochten, an dem sich gut nachvollziehen lässt, wie eine Handelsstation auf einer langen Landroute organisiert war. Man kommt hierher wegen der architektonischen Details, der massiven Steinvolumen und um einen allgemeinen Eindruck davon zu bekommen, wie die Karawaneninfrastruktur Anatoliens im 13. Jahrhundert funktionierte.
Karawanserei Sultanhani auf der Karte
Karawanserei Sultanhani – Grundriss und architektonische Besonderheiten
Das Bauwerk zeigt eine durchdachte Planung und die Funktionen mittelalterlicher Straßeninfrastruktur.
Monumentaler seldschukischer Rasthof an einer alten Handelsroute
Bei der Besichtigung zieht meist das Hauptportal die großte Aufmerksamkeit auf sich – ein hoher, tief profilierten Eingang mit der charakteristischen seldschukischen Steinornamentik. Im Innenhof sind die wesentlichen Elemente des Komplexes gut zu erkennen: ein offener Bereich fur die warme Jahreszeit, die zentrale Kosk-Moschee auf Stutzen und lange Raumreihen entlang der Mauern. Im uberdachten Teil sind massive Gewolbe zu sehen, und man kann sich vorstellen, wie hier in der kalten Jahreszeit Menschen, Waren und Tiere untergebracht waren.
Der Ort eignet sich gut fur eine ruhige Besichtigung der Architektur ohne viele Ausstellungsmaterialien: Das Wichtigste hier ist die Struktur des Gebäudes selbst. Es lohnt sich, auf den Kontrast zwischen dem dekorativ gestalteten Eingang und den strengeren Innenräumen zu achten, ebenso auf die Funktionalität der Anlage, bei der alles den Anforderungen der Straße, der Sicherheit und der Lagerung von Gutern untergeordnet war.
Die Karawanserei wird oft auf der Strecke zwischen Konya, Aksaray und Kappadokien besucht, daher lässt sie sich bequem in eine Autoroute durch Zentralanatolien einbinden. Von hier aus kann man die Reise vergleichsweise leicht in Richtung des Ihlara-Tals, der unterirdischen Städte der Region Nevsehir oder zu den historischen Denkmälern von Konya fortsetzen.
Am einfachsten erreicht man den Ort mit dem Auto oder mit dem Fernbus uber die Straße Konya – Aksaray, mit einem Halt in der Ortschaft Sultanhani. Fur den Besuch reicht meist ein kurzer Stopp aus, doch Liebhaber mittelalterlicher Architektur sollten mehr Zeit fur die Betrachtung der Details des Mauerwerks und der Innenräume einplanen.
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Fotos der Karawanserei
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